Bertrand Herz

geb. 1930 in Paris

Mit dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht 1940 in Frankreich begann dort die Verfolgung jüdischer Menschen. Um dem zu entkommen, floh die Familie von Bertrand Herz 1942 in den unbesetzten Teil Frankreichs. In Toulouse wurde sie zwei Jahre später von der Gestapo verhaftet und getrennt. Bertrand Herz wurde zusammen mit seinem Vater nach Buchenwald deportiert und im Außenlager Niederorschel zur Arbeit in der Rüstungsindustrie gezwungen. Dort starb sein Vater am 27. Januar 1945. Bertrand Herz wurde am 10. April 1945 nach Buchenwald zurückgebracht und erlebte tags darauf die Befreiung des Lagers.

Einige Wochen später traf er in Paris seine Schwester wieder und erfuhr von der Ermordung der Mutter im KZ Ravensbrück. In der Nachkriegszeit studierte Bertrand Herz an der Ecole Polytechnique. Von 1953 bis 1960 war er Marineoffizier und arbeitete anschließend in der Versicherungsbranche und als Hochschullehrer.

Bertrand Herz wurde 1997 Generalsekretär der Association Française Buchenwald Dora et Kommandos und ist heute Ehrenpräsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos. Er wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. Unter anderem ist er Chevalier de l'ordre national du mérite und Mitglied der Ehrenlegion. 2009 verlieh ihm die Stadt Weimar die Ehrenbürgerwürde.

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Bertrand Herz: Der Tod war überall. Ein Überlebender berichtet, Weimar 2016.