12 April

Gedenken am ehemaligen KZ-Außenlager Ellrich-Juliushütte

Eingang des KZ-Außenlagers Ellrich-Juliushütte nach der Befreiung, Mai/Juni 1945. Foto: George Phillips (George Phillips/ K.-H. Schwerdtfeger)

Begrüßung     Henry Pasenow, Bürgermeister der Stadt Ellrich

                        Lars Deiters, Bürgermeister der Gemeinde Walkenried

Ansprache      PD Dr. Karsten Uhl, Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Historischer Hintergrund

Am 12. April 1945 nahmen amerikanische Soldaten die Stadt Ellrich ein. Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch wenige KZ-Häftlinge in Ellrich, weil die SS sie eine Woche zuvor auf Todesmärsche getrieben hatte.

Das Außenlager Ellrich-Juliushütte bestand vom 2. Mai 1944 bis zum 6. April 1945 und war mit durchschnittlich 8.000 männlichen Häftlingen belegt. Es unterstand zunächst dem KZ Buchenwald und ab dem 1. November 1944 dem neu gegründeten KZ Mittelbau. Das Lagergelände erstreckte sich über das damals zu Preußen gehörige Ellrich und über die Gemarkung des ehemals braunschweigischen, heute niedersächsischen Walkenried.

Die Häftlinge waren in den verfallenen Gebäuden leerstehender Gipsfabriken untergebracht. Sie stammten aus fast allen europäischen Ländern, mehrheitlich aus der Sowjetunion, Polen und Frankreich. Der Anteil von jüdischen Häftlingen mit 5 bis 7 Prozent und der von Sinti und Roma mit rund 10 Prozent war im Vergleich zu anderen Mittelbau-Lagern überdurch-schnittlich hoch. Eingesetzt waren die Häftlinge beim Stollenausbau im Kohnstein und im Himmelsberg.

Vom 4. bis zum 6. April 1945 veranlasste die Lagerführung angesichts der vorrückenden US- amerikanischen Truppen die Räumung des Lagers. Mit Bahntransporten oder auf Todesmärschen wurden die Lagerinsassen in andere Konzentrationslager gebracht. Die meisten Räumungstransporte endeten im KZ Bergen-Belsen, das am 15. April von britischen Soldaten befreit wurde.

Von den insgesamt 12.000 Häftlingen, die das Lager zwischen Mai 1944 und April 1945 durchliefen, kamen rund 4.000 ums Leben, darunter viele Franzosen, Belgier, Polen und Häftlinge aus der Sowjetunion. Ellrich-Juliushütte ist deshalb auch für die Erinnerungskultur in diesen Ländern ein wichtiger Gedenkort. Im in den 1960er Jahren erbauten Memorial des Martyrs de la Déportation in Paris etwa ist der Name des Lagers in großen Lettern neben Auschwitz, Buchenwald, Bergen-Belsen und anderen großen Stätten der NS-Verbrechen angebracht.

Gedenkveranstaltung in Ellrich

10:00 Uhr

Gedenkort Ellrich-Juliushütte, Ellrich